Zwischen Tee, Flamingos und Windsurfen: Die ersten Tage in der Türkei haben uns gepackt!
- Michaela Hoppe
- 16. Okt. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Wir sind jetzt seit 6 Tagen mit dem Camper in der Türkei – und so richtig angekommen. So angekommen, wie wir es während unserer dreimonatigen Vanlife-Tour irgendwie noch nie waren. Wenn wir ehrlich sind, haben wir wohl genau auf diesen Moment gewartet. Es fühlt sich hier einfach… echt an. Warm. Offen. Schön.
Schon an unserem ersten Tag in der Türkei wollten wir nach einer langen Fahrt nur kurz die Beine vertreten – doch es kam direkt ein netter Mann auf uns zu und bot uns einen Tee an. Einfach so. Er gab uns dazu noch tolle Tipps für die Weiterreise. Es war der perfekte Einstieg.

Einen Tag später folgten wir schon dem ersten dieser Tipps. Auf dem Weg dorthin wurden wir ein paar Mal von der Polizei angehalten – aber nicht, weil wir etwas falsch gemacht hätten, sondern im Rahmen ganz normaler Verkehrskontrollen. Und selbst das war freundlich. Kleine Gespräche, ein Lächeln – wir fühlten uns sofort sicher und willkommen.

Als wir schließlich in dem süßen Ort Alaçatı ankamen, trauten wir unseren Augen kaum: alles bunt, jedes Haus sah aus wie gemalt. Wir starteten den Tag mit einem richtig leckeren Frühstück – und beschlossen dann, uns mal nach Windsurfen umzusehen. Das wollten wir schon lange ausprobieren.
Am Strand sprachen wir mit einem supernetten Guide, der uns spontan anbot, unseren Camper einfach an der Surfschule zu parken – so lange wir möchten. Und das war der Beginn!
Wir lernten Dilara kennen, die sympathische Rezeptionistin, mit der wir uns sofort gut verstanden. Sie stellte uns Alex vor, einem Backpacker aus Frankreich. Wir verbrachten den ganzen Nachmittag im Surfcamp, quatschten, lachten und verabredeten uns abends in der Stadt auf „ein paar Bierchen“ – es wurden einige. 😄

Irgendwann erzählte uns Dilara, dass wir wohl aus Versehen in der teuersten Stadt der Türkei gelandet sind. Für ein großes Bier zahlten wir 8,60 € – das teuerste unseres Lebens. In der Türkei. Wir konnten nur lachen – es war den Preis wert. Der Abend mit Alex war einfach legendär.
Am nächsten Tag ließen wir es ruhig angehen: Sonne, Meer, ein bisschen schwimmen. Abends gab’s dann ein Picknick mit unserer kleinen 4er-Crew – wir saßen am Fluss und schauten Flamingos zu.

Klingt kitschig, war es aber nicht. Es war einfach nur schön. Wir haben durch Dilara aber auch einiges über die türkische Kultur kennenlernen dürfen.
Ein Thema, das uns nachdenklich gemacht hat, ist das Reisen selbst. Für viele Türkinnen und Türken ist es nicht selbstverständlich, einfach mal spontan nach Europa zu reisen. Für die Einreise in die EU brauchen sie ein Visum, das mit einem teuren und aufwändigen Antragsprozess verbunden ist – inklusive Banknachweisen, Einladungen, Versicherungen und oft langen Wartezeiten. Und selbst dann ist es keine Garantie, dass das Visum genehmigt wird.
Im Gespräch mit ihr wurde uns erst richtig bewusst, welches Privileg es ist, einen deutschen Pass zu besitzen. Wir können fast überall ohne Visum einreisen, einfach Flüge buchen und losfahren. Dieses Privileg ist nicht selbstverständlich – und wir sind unglaublich dankbar dafür.
Dann war es endlich so weit: Nach der Arbeit ging’s zum Windsurfen. Und was sollen

wir sagen – wir waren sofort angefixt. Anders als beim Wellenreiten hat man hier schnell Erfolgserlebnisse und ist viel auf, statt im Wasser ;-). Wir übertrieben es direkt ein bisschen und blieben drei Stunden draußen. Am nächsten Tag ging’s natürlich genauso weiter.
Was das Ganze noch besonderer macht? Die Atmosphäre hier. Wir dürfen kostenlos waschen, Dusche und Toilette benutzen, bekommen Tee und fühlen uns irgendwie wie zu Hause. Genau so haben wir es uns immer erträumt: offen, herzlich, entspannt.

Und als wäre das nicht genug, sagte Dilara uns, sie würde gerne unser Guide in Istanbul sein. Und wir dürfen bei ihrer Mutter in Antalya wohnen – Ihre Mutter könnte dann auf Ebby aufpassen und wir die Stadt besichtigen - PERFEKT!
Das ist es, was wir am Reisen lieben. Es sind nicht (nur) die Traumstrände, Wasserfälle oder die unfassbar schönen Landschaften. Es sind die Menschen.
Wir denken auch an die Begegnungen davor zurück – an den Skilehrer, den wir in Griechenland kennengelernt haben und der uns in Albanien unterrichten möchte. Oder das liebe Pärchen aus Belgien, das sich in Bulgarien ein Haus gekauft hat und uns eingeladen hat, sie zu besuchen. Solche Begegnungen bleiben. Sie machen unsere Reise zu dem, was sie ist. Nicht perfekt. Nicht durchgeplant. Aber voller Herz. Ob beim Tee mit Einheimischen, bei zufälligen Gesprächen auf Märkten oder in kleinen Cafés – wir erfahren so viel über andere Lebensmodelle, Denkweisen und Alltagserfahrungen. Diese Einblicke erweitern unseren Horizont und inspirieren uns, unsere eigenen Lebenskonzepte zu hinterfragen und neu wertzuschätzen. Und eventuell einen neuen Weg für uns zu finden.
Wenn ihr auch darüber nachdenkt, einmal eure Komfortzone zu verlassen oder eine Reise zu wagen – macht es. Es sind nicht nur die Orte, die verändern, sondern die Menschen, denen man begegnet, und die Perspektiven, die sich dadurch eröffnen.



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