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Kappadokien -Ein Ort, der uns den Mut für einen großen Schritt gegeben hat


Schon lange hatten wir den Wunsch, einmal mit unserem Camper nach Kappadokien zu reisen – dorthin, wo die Ballons bei Sonnenaufgang wie bunte Punkte in den Himmel steigen. Wir hatten große Erwartungen. Und was sollen wir sagen? Es war noch viel schöner, als wir es uns je erträumt hatten.

Doch fangen wir vorne an…

Sechs Wochen Türkei – und kein bisschen müde

Seit mittlerweile sechs Wochen sind wir in der Türkei unterwegs und fühlen uns hier einfach unglaublich wohl. Alles ist neu: die Kultur, die Religion, die Landschaften. Anfangs war es etwas befremdlich, an so vielen öffentlichen Plätzen von Kameras beobachtet zu werden – auf Parkplätzen, Straßen, oder öffentlichen Plätzen. Doch irgendwann verwandelte sich dieses Gefühl in Sicherheit, fast in ein Stück Alltag.

Genauso wie der Muezzin, der uns morgens weckt und abends in den Schlaf begleitet. Diese Melodie hat für uns etwas Beruhigendes bekommen – ein Klang, der uns inzwischen richtig fehlt, wenn wir ihn einmal nicht hören.

Die Türkei ist ein Land voller Vielfalt – und genau diese Vielfalt lieben wir.

Erster Stopp: Das Ihlara-Tal

Auf unserem Weg nach Kappadokien hielten wir im Ihlara-Tal. Zwischen den Felswänden, Schluchten und Höhlen bekamen wir bereits den ersten Vorgeschmack auf das, was uns später noch erwarten sollte.

Wir liefen durch uralte Höhlen, standen in Küchen ohne Decke – wie eine historische „Dunstabzugshaube“ – und sahen verrußte Steine, die von längst vergangenen Kochfeuern erzählten.

Wir fanden Klöster mit wunderschönen, verblassten Malereien und sogar alte Weinkeller, in denen man sich das Leben vor Hunderten von Jahren noch immer halbwegs vorstellen konnte.

Ankunft in Göreme – Dort, wo der Himmel bunt wird

Der Weg vom Ihlara-Tal nach Göreme führte uns durch spektakuläre Landschaften, Canyons und weite Täler. Und dann waren wir endlich da: Göreme, der Ort, an dem sich das große Schauspiel der Heißluftballons am besten beobachten lässt.

Wir hatten uns mit Dilara und Joe aus dem Surfcamp verabredet und verbrachten den Nachmittag mit ihnen beim Wandern. Zwischen Felsen, kleinen Canyons, Höhlen und sogar Weintrauben zum Pflücken fühlten wir uns wie in einer anderen Welt.

Am Abend fuhren wir allein weiter – zu DEM Hotspot für Ballonbeobachtungen: dem Love Valley. Warum der Platz so heißt, wissen wir bis heute nicht ganz – für uns sahen die Felsen eher aus wie Spargel, oder?😉





Ein magischer Morgen – und der schönste Weckruf unserer Reise

Im Dunkeln suchten wir uns einen Platz und hatten eine ruhige Nacht – bis 5 Uhr morgens. Plötzlich standen Autos um uns herum, laute Musik erklang, Polizei war da, Platzordner… und ein freundlicher Mann klopfte an unsere Tür. Wir standen – aus Versehen – genau am begehrtesten Fotospot des ganzen Valleys.

Also fuhren wir 300 Meter weiter. Immer noch traumhaft schön.

Andi machte die Heizung an – 5 Grad draußen! – und kochte Kaffee. Und dann lagen wir im Bett, schauten aus dem Fenster und sahen, wie die Sonne langsam hinter den Hügeln hervorkroch.



Die ersten Ballons stiegen auf.Das leise Fauchen des Gases.Menschen, die in ihren Körben jubelten.Die Farben, das Licht, die Stimmung.

Es war magisch.Anders kann man es nicht sagen. Innerhalb von 30 Minuten war der ganze Himmel voll bunter Ballons. Rund 150 Ballons starten

bei gutem Wetter – mit je 28 Menschen an Bord.

Ja, es ist touristisch.Aber aus gutem Grund.

Kappadokien berührt. Und zwar tief.


Mehr entdecken, mehr fühlen, mehr Kappadokien

Schnell war klar: Wir bleiben länger. Viel länger.Wir wollten noch mehr Morgende mit Ballons, noch mehr Staunen, noch mehr Wanderungen.

Am nächsten Tag trafen wir uns wieder mit Joe und Dilara, frühstückten gemeinsam auf ihrer Hotel-Dachterrasse und hörten ihnen zu, wie sie von ihrer eigenen Ballonfahrt schwärmten. Ihre Augen leuchteten – es war so schön zu sehen wie sie es genossen.

Am Nachmittag sind wir dann mit den beiden ins Rose

Valley gefahren, um dort zusammen den Sonnenuntergang zu schauen. Die Felsen wurden langsam richtig schön rosa und die Stimmung war total entspannt. Wir haben eine Flasche Wein geöffnet, ein bisschen Musik angemacht und am kleinen Lagerfeuer gesessen. Es wurde gelacht, erzählt, ein bisschen getanzt – einfach ein richtig guter, unkomplizierter Abend. Einer dieser Momente, in denen man merkt: Genau so fühlt sich Leben an. Und genau da dachten wir beide wieder: Dieser Ort macht wirklich etwas mit uns.

Zwischen Schnee, Whirlpool und neuen Begegnungen

Von 12 Tagen hatten wir das Glück, an fünf Morgenden Ballons zu sehen – denn das hängt stark vom Wetter ab. Kein Regen, kein Wind über 10 km/h, möglichst klare Sicht.

Jede Nacht war wie ein kleines Lotteriespiel.

Dann wurde Schnee gemeldet.

WIRKLICH Schnee!

Wir konnten es kaum glauben. Und obwohl wir kurz überlegten, weiterzufahren, merkten wir: Etwas in uns wollte noch bleiben. Also gönnten wir uns zwei Nächte in einer Höhlenunterkunft mit Whirlpool. Und es war himmlisch! Endlich mal wieder ein riesiges Bett, kuscheln mit Ebby auf dem Sofa, lesen, entspannen. Genau das, was wir brauchten.


Neue Begegnungen, neue Gedanken – und ein leiser Ruf nach Veränderung

Als wir nach unserem kurzen Höhlenhotel-Ausflug wieder an unseren Lieblingsplatz zurückkehrten, trafen wir dort Marek und Vivien – ein deutsches Pärchen, das mit ihrem eigenen Lebensentwurf unterwegs war. Wir kamen sofort ins Gespräch, ganz ohne Smalltalk-Umwege. Es war, als hätte uns das Leben genau im richtigen Moment zusammengeführt. Die Gespräche mit den beiden waren tief, ehrlich und wunderschön – und sie führten dazu, dass in uns ein großer Wunsch reifte. Je länger wir zusammensaßen, desto mehr merkten wir, wie bereichernd solche Begegnungen auf Reisen sein können. Sie erinnerten uns daran, wie viele verschiedene Lebensmodelle es gibt – und dass es keinen einzigen Weg gibt, der für alle richtig ist. Jeder entscheidet selbst, wie viel Freiheit er braucht, wie viel Sicherheit, wie viel Mut oder wie viel Abenteuer.

Mit Marek und Vivien sprachen wir über Pläne, Träume, Zweifel, über das Loslassen von Dingen, die man eigentlich längst hinter sich lassen wollte – und darüber, wie wichtig es ist, Entscheidungen nicht aus Erwartungsdruck zu treffen, sondern aus echtem inneren Antrieb.

Wir stellten fest, dass vieles im Alltag zuhause oft nur funktioniert, weil man glaubt, es müsse so sein. Weil „man das eben so macht“. Und wie wenig Raum manchmal für intrinsische Motivation bleibt – für das, was man wirklich möchte, nicht das, was von außen als richtig gilt.

Diese Gespräche taten unglaublich gut.Sie ließen uns spüren, dass Veränderung nicht Angst machen muss, sondern auch eine Einladung sein kann. Eine Chance, wieder mehr nach innen zu hören und weniger nach außen.

Und genau hier, zwischen Canyons, Höhlen und Heißluftballons, wurde uns klar:

Es ist Zeit.Zeit, etwas Altes loszulassen.Zeit, etwas Neues zuzulassen.Zeit, einen großen Schritt zu wagen – einen Schritt, den wir schon länger fühlen, aber bisher nicht greifen konnten. Diese Veränderung werden wir bald mit euch teilen – aber erst dann, wenn sie sich wirklich richtig anfühlt und alles in trockenen Tüchern ist.

Was wir auf dieser Reise wieder gelernt haben:Manchmal braucht es nur kleine Momente, um große Entscheidungen zu treffen. Wenn man dem Leben vertraut, sich treiben lässt statt nur zu funktionieren und sich von gesellschaftlichen Erwartungen löst – dann fügt sich vieles von ganz allein.





Go with the flow.

Und Kappadokien?Das bleibt für uns ein Ort voller Magie, Freundschaft, Erkenntnisse und Gänsehautmomente.

 
 
 

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