Camping ist kein Battle – warum wir auf die goldene Mitte setzen
- Michaela Hoppe
- 28. Sept. 2025
- 3 Min. Lesezeit

Seit nun knapp 12 Wochen sind wir unterwegs. Mit unserem Camper, unserem Hund Ebby, Laptop auf dem Tisch (ich arbeite remote), Spülschwamm in der Hand (Andi, unser „VanMen“) und einer ordentlichen Portion Neugier. Unsere Route: einmal die Balkanlinie runter bis nach Griechenland. Kein Plan war der Plan – aber eins war von Anfang an klar: Camping ist für uns kein Wettbewerb.
Wir vergleichen uns nicht mit den schönsten Instagram-Strandbildern. Wir zählen keine Nächte „off-road“ wie andere Schritte auf dem Fitness-Tracker. Und wir messen unsere Reise auch nicht daran, wie lange wir ohne Dusche ausgekommen sind. (Spoiler: Wir freuen uns sogar ziemlich über warme Duschen.)
Teamwork ist das A und O
Unsere Rollen im Vanlife sind klar verteilt: Ich arbeite, Andi macht alles andere – von Wasser auffüllen über Ebby bespaßen bis zum Nudeln-mit-Pesto-kochen. Und das funktioniert ziemlich gut, weil wir eins verstanden haben: Jeder hat seine Stärken, und keiner muss hier irgendwas „leisten“, nur damit’s auf Social Media gut aussieht.
Denn ja – wir könnten an einsamen Stränden stehen, Sonnenuntergänge fotografieren und so tun, als wäre das unser 24/7-Lifestyle. Aber ehrlich? Wir stehen auch gerne mal auf kleinen Campingplätzen, trinken Raki mit dem Besitzer oder üben unser Englisch mit den Nachbarn aus Holland. Diese Gespräche sind oft inspirierender als jeder Reiseführer.
Zwischen Freiheit und Komfort
Natürlich lieben wir das einfache Leben: Frühstück mit Haferflocken, manchmal keine Steckdose weit und breit, der Abwasch unterm Wasserhahn. Aber wir sind auch große Fans von warmen Duschen, echten Betten und Frühstücksbuffets – ab und zu.
So wie neulich, als ich zur Hochzeit in die Heimat geflogen bin und Andi mit Ebby alleine auf Korfu war. Traumhafte Insel, aber nicht gerade camperfreundlich. Ständig den Stellplatz wechseln, nie so richtig ankommen – das hat man den beiden angesehen, als ich zurückkam. Deshalb: kurzerhand ein Hotel in Patras gebucht. Zum allerersten Mal auf dieser Reise. Zwei Nächte mit Klimaanlage, Pool, Gym, riesigem Bett – und ganz wichtig: Tischtennisplatte.

An der Stelle muss ich übrigens erwähnen, dass Andi seit Jahren behauptet, er sei der bessere Spieler. Spoiler: Ich habe alle drei Matches gewonnen. 😎 Die Revanche wurde natürlich direkt eingefordert – wir halten euch auf dem Laufenden.
Wir haben diese Auszeit zu dritt sehr genossen – Ebby konnte sich im kühlen Zimmer erholen, wir haben abends Patras unsicher gemacht und uns morgens durch das Frühstücksbuffet geschlemmt. Und danach? Wieder rein ins Vanlife. Wieder Nudeln mit Pesto. Und wieder happy.


Für uns ist klar: Wir werden auch in Zukunft vor allem im Camper unterwegs sein – aber im Herbst oder Winter können wir uns durchaus mal eine Ferienhütte oder kleine Unterkunft vorstellen. Nicht als Regel, sondern als bewusste Ergänzung. So bleibt die Reise leicht, flexibel – und trotzdem komfortabel, wenn wir’s brauchen.
Mittelmaß ist kein Rückschritt – es ist unser Weg
Viele glauben, man müsse sich beim Reisen entscheiden: Ganz oder gar nicht. Immer autark oder immer Komfort. Aber wir finden: Die goldene Mitte ist völlig unterschätzt. Man muss sich nichts beweisen – weder sich selbst noch anderen. Wir machen das, was sich für uns drei (inkl. Hund!) gut anfühlt. Und das kann heute „Wildcamping am Bergsee“ und morgen „Hotel mit Rooftop-Bar“ heißen.
Kleiner Camper, große Freiheit
Vor der Reise haben wir überlegt: Größerer Camper? Mehr Platz, mehr Komfort – aber auch mehr Kosten, mehr Einschränkungen. Gerade im Süden wären enge Gassen, hohe Mautgebühren und komplizierte Fährbuchungen unsere ständigen Begleiter geworden. Also haben wir’s gelassen. Unser kleiner Camper bleibt. Und von dem Geld, das wir nicht in ein großes Wohnmobil gesteckt haben, könnten wir – wenn wir möchten – gelegentlich in ein Hotel oder eine schöne Hütte gehen.(Und das ziemlich oft, wenn man mal ehrlich rechnet 😄)
Fazit: Kein Battle, kein Wettbewerb – nur unser Leben
Wir reisen nicht, um etwas zu beweisen. Wir reisen, weil wir’s lieben. Und wir genießen jede Facette – von der Morgendusche im Camp bis zum (verdienten) Sieg an der Tischtennisplatte. Mittelmaß klingt für viele vielleicht langweilig – für uns bedeutet es: Balance, Freiheit und ziemlich viele schöne Momente.
Also, falls du gerade überlegst, ob du’s „richtig“ machst da draußen auf deiner Reise: Wenn’s sich gut anfühlt – dann machst du’s richtig. Egal ob mit Campingtoilette oder Kingsize-Bett.
Bis bald vom Straßenrand oder Hotelflur!
Eure Michi und Andi



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