„Wie fühlt es sich an, nach Hause zu kommen?“ – Eine Frage, die mir letzte Woche oft gestellt wurde.
- Michaela Hoppe
- 25. Sept. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Seit 11 Wochen sind wir unterwegs. Mein Mann, unser Hund und ich – mit unserem Camper, der schon lange vor dieser Reise zu uns gehörte. Wir haben ihn selbst ausgebaut, mit viel Liebe, Schweiß und noch mehr Herzblut. Und als wir unser Haus verkauft haben, wussten wir: Das ist jetzt unser neues Zuhause. Auf vier Rädern, mit wenig Platz, aber viel Freiheit.

Letzte Woche war ich zum ersten Mal wieder zurück „zu Hause“ – in dem Ort, wo wir früher gelebt haben. Ich habe bei meinen Eltern oben im Haus gewohnt, eine Woche lang. Es war richtig schön, alle wiederzusehen: Familie, Freunde, vertraute Ecken. Und ja – es war auch herrlich, mal auf einem Sofa zu liegen. Ein großes Bad zu haben. Platz um sich herum, Raum, der sich ausbreitet.
Und trotzdem habe ich gemerkt: Mein Platz ist gerade woanders.
Unterwegs treffen wir Menschen, die ihre eigenen Wege gehen
In den letzten Wochen haben wir so viele inspirierende Menschen getroffen – jeder mit seiner ganz eigenen Geschichte.
Da war eine Familie, die mit einem E-Auto und Zelt von Hongkong bis nach Griechenland gereist ist. Oder Eltern, die ihre Kinder auf Reisen selbst unterrichten. Bikepacker, die mit Zelt und Rad seit Monaten unterwegs sind und täglich 100 Kilometer zurücklegen.
Was uns immer wieder berührt: Wie wenig viele dieser Menschen brauchen, um wirklich erfüllt zu sein. Keine großen Fahrzeuge, keine Planung bis ins letzte Detail – nur Offenheit, Mut und der Wunsch, das Leben selbst zu gestalten.
Und manchmal kommt uns unsere eigene Geschichte dagegen fast schon unspektakulär vor. Aber sie ist unsere – und sie fühlt sich gerade genau richtig an.
Zurück im alten Leben – alles wie früher, und doch nicht mehr gleich
Als ich zurück war, hatte ich das Gefühl, dass vieles einfach weitergelaufen ist – ganz natürlich. Die Gespräche drehten sich um Themen, die uns früher auch beschäftigt haben: Arbeit, Haus, Pläne, Verpflichtungen.
Und doch habe ich gespürt: Wir haben uns verändert. Nicht, weil wir jetzt plötzlich „besser“ oder „weiser“ wären. Sondern, weil unser Fokus sich verschoben hat. Draußen unterwegs geht es weniger um „höher, schneller, weiter“ – und mehr um Begegnungen, um den Moment, um ein bewusstes Leben mit weniger Dingen, aber mehr Verbindung zur Natur und anderen Menschen.
Das alles hat mich nicht traurig gemacht – aber nachdenklich, weil ich gemerkt habe: Die Welt zu Hause läuft weiter. Und unsere auch – nur eben in eine andere Richtung.
Zuhause ist jetzt, wo unser Camper steht
Natürlich läuft auch bei uns nicht alles perfekt. Manchmal ist es eng, manchmal nervt das ständige Umräumen. Manchmal vermisse ich ein Sofa, eine richtige Dusche, oder einfach den Platz, die Tür hinter mir zuzumachen.
Aber dann blicke ich aus dem Fenster, höre das Meer rauschen oder ein fremdes Vogelstimmenkonzert am Morgen – und weiß wieder: Ich möchte den Camper gerade gegen nichts eintauschen.
Wir wissen nicht, wie lange wir dieses Leben so weiterführen werden. Vielleicht noch Monate, vielleicht Jahre – vielleicht verändert sich alles auch ganz plötzlich.
Aber im Moment fühlt es sich genau richtig an.
Nicht perfekt, nicht planbar, aber genau das, was wir gerade brauchen.
Und das reicht. Mehr als genug.
